Montag, 5. September 2005

Vorsorge für den Hochwasserfall: Elementarschadenversicherungen auch in flussnahen Gebieten möglich

Vom Hochwasser der vergangenen Tage waren wieder viele Hauseigentümer in Bayern betroffen und mussten teils erhebliche Schäden hinnehmen. Das ganze Ausmaß der Schäden wird wohl erst ersichtlich werden, wenn das Wasser wieder vollständig abgelaufen ist. Ob und inwieweit diese Schäden von den Versicherungen übernommen werden, hängt vom vereinbarten Versicherungsschutz ab.Bei Hochwasserschäden springt die Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung grundsätzlich nicht ein. Auch für Schäden, die durch einen hochwasserbedingten Rückstau aus der Kanalisation entstanden sind, wird im Allgemeinen kein Versicherungsschutz gewährt. Hochwasserschäden werden i.d.R. nur durch eine spezielle Elementarschadenversicherung abgedeckt, die dazu auch das Risiko aus anderen Naturkatastrophen, wie bspw. Erdrutsch oder Lawinen, erfasst. Die meisten Versicherer bieten eine solche Elementarschadenversicherung. als Zusatzversicherung zur Hausrat- oder Gebäudeversicherung an. Für Gewerbetreibende sind entsprechende Zusatzversicherungen möglich. Von dieser Möglichkeit wurde in der Vergangenheit jedoch nur in geringem Maße Gebrauch gemacht. Nur rund 10 % der Hausratversicherungsverträge und rund 6 % der Gebäudeversicherungsverträge sehen eine entsprechende Ergänzung um die Elementarschadenversicherung vor! Die Ursache dieser niedrigen Abschlussquote liegt nicht in erster Linie in einer restriktiven Geschäftspolitik der Versicherer. Denn in den weitaus meisten Fällen können diese Zusatzvereinbarungen getroffen werden. Das Zonierungssystem (ZÜRS), das von den Versicherern als Grundlage für einen möglichen Vertragsabschluss herangezogen wird, teilt Deutschland in 4 Gefährdungsklassen ein. In die Gefährdungsklassen eins und zwei, die grundsätzlich problemlos versicherbar sind, gehören rund 90 % der bundesdeutschen Flächen. Für die restlichen 10 %, die in den Gefährdungsklassen drei und vier liegen, ist eine Versicherung - wenn überhaupt – nur zu erheblich höheren Konditionen möglich. Vom aktuellen Hochwasser betroffenen sind auch Flächen, die – bisher – den Gefährdungsklassen eins und zwei zugerechnet wurden und damit zu versichern gewesen wären. Doch aufgrund des aktuellen Hochwassers ändert sich nun leider die Situation. Denn die zu erwartenden Anpassungen des ZÜRS, aber auch die Risikopolitik der Versicherungsgesellschaften dürfte eine Versicherung gegen Elementarschäden in den nächsten zwei bis drei Jahren erheblich erschweren. Daher kann allen Hauseigentümern nur empfohlen werden: Prüfen Sie Ihren Versicherungsschutz, vor allem im Elementarschadenbereich! Denn die aktuellen Erfahrungen zeigen deutlich, dass das Risiko durch Unwetter und Hochwasser groß ist sich aller Voraussicht noch in Zukunft noch erhöhen wird.