Mittwoch, 24. April 2019

Studie zu Eigenheimpreisen

Starker Preisanstieg auch außerhalb der klassichen Ballungsräume

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat festgestellt, dass die Preise für Grundstücke mit Häusern bundesweit in den vergangenen Jahren stark angestiegen sind. Soweit nichts Neues. Interessant ist jedoch, dass die Studie zu dem Ergebnis gelangt, dass die Preise besonders stark außerhalb der Ballungsgebiete gestiegen sind.

In ihrem Kurzbericht zur besagten Studie nennt das Institut beispielsweise die Stadt Augsburg. Wer dort im Jahr 2013 ein Einfamilienhaus für 200.000 Euro gekauft hatte, konnte es fünf Jahre später für 350.000 Euro verkaufen. Dabei ist die Preiserhöhung in Augsburg noch moderat. In Freising, Spitzenreiter unter den süddeutschen Städten, stiegen die Immobilienpreise zwischen 2013 und 2018 um 93 Prozent, was einem Jahreswert von 14 Prozent entspricht. Dahinter folgen Fürstenfeldbruck mit 84 Prozent, Bad Tölz-Wolfratshausen mit 82 Prozent, München (Nord) mit 80 Prozent und der Landkreis Miesbach mit 79 Prozent.

Zurückführen lässt sich dieser Boom laut der Forscher erstens auf die Zinsentwicklung der vergangenen Jahre sowie der schon lange hohen Immobilienpreise in den Großstädten, die die Haushalte dazu zwingt, nach Alternativen zu suchen.

Die Forscher stellten außerdem fest, dass die Eigentumsbildung stagniert und Ersterwerber immer älter werden. Dies läge vor allem daran, dass der Kapitalbedarf gestiegen ist. So seien zwar die laufenden Kosten des Immobilienerwerbs aufgrund der niedrigen Zinsen finanzierbar, die gestiegenen Kosten für Grunderwerbsteuer, Notargebühren, Grundbuchkosten und Maklerprovision bedürfen mittlerweile aber einen erhöhten Eigenkapitalbedarf, der gerade bei jungen Familien nicht vorhanden ist.